Russland: Links der Woche

Die Fundstücke der Woche – kommen diesmal nicht an der Frage vorbei, wo ER ist und was er macht. Außerdem: Geflüster aus dem Kreml.

  • Putins Krim-Film: lief in einigen Teilen Russlands bereits (zeitzonenbedingt). Der Telekanal Doshd hat die Kernaussagen zusammengefasst (russ.). Besonders interessant sind Putins Aussagen zu den „kleinen grünen Männchen“ (Soldaten ohne Hoheitsabzeichen): Er gibt zu, dass es sich dabei um russische Spezialkräfte handelte, die auf Regierungsbefehl handelten. Natürlich nur, um ukrainische Anschläge auf das Krim-Referendum zu verhindern, alles klar.
  • Druck auf investigative Krim-Journalisten: FSB-Agenten befragen Natalja Kokorina sechs Stunden lang und durchsuchen das Elternhaus von Anna Andrijewskaja, Näheres hier.
  • Wo ist Putin? Keine Ahnung, aber es ist erstaunlich, wie schnell das Meme „Wo ist der Präsident“ zu „Putin ist tot“ drehte. (Oder auf krebskrank, entmachtet oder „im Babyglück“ = boulevardesk für: jemand hat Nachwuchs bekommen). Zum tot-Meme gibt es hier (engl.) und hier (russ.) noch etwas Humor.
  • Ramsan Kadyrow… meldete sich diese Woche mit einem „ich werde Putins Feinde zermalmen“-Instagram-Erguss zu Wort. Bemerkenswert ist der vorletzte Satz: Er sei Putin ergeben, so Kadyrow, „unabhängig davon, ob er im Amt ist oder nicht“. Hm. Sprachliche Unachtsamkeit oder Seitenhieb?
  • Die „tschetschenische Spur“ im Fall Nemzow… hat auffallend wenige in Russland überzeugt. Selten hat sich der Kreml so wenig einig gezeigt. Mittlerweile gibt es die Theorie, dass im Hintergrund ein Machtkampf läuft und die „tschetschenische Spur“ benutzt wird, um Kadyrow (und damit Putin?) zu schaden. Allerdings scheiden sich die Geister daran, wer genau gegen wen kämpft – und woran man das genau erkennen kann.
  • Beliebte Variante: Kreml-Elite und FSB gegen Putin. Ein anonymer Interviewpartner, der angibt, er sei ein FSB-Offizier in der Ukraine, liefert Gordonua.com einige interessante Zitate. Wie glaubwürdig diese Informationen sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Eine These: Viele im Kreml, aber auch im FSB, sind unzufrieden mit der Ukraine-Politik Putins. Die Sanktionen schmerzen, man hat vielleicht in den Volksrepubliken der Ostukraine aufs falsche Pferd gesetzt, und Kiew wird auf absehbare Zeit nicht russisch. Putin sei tatsächlich vom Nemzow-Mord überrascht worden, so der Informant – und der Mord solle ihm und Kadyrow schaden.
  • PR für Putin und Gasprom: Das global agierende US-Unternehmen Pleon hat jahrelang PR für die russische Regierung und Gasprom (parallel!) gemacht und damit verdammt viel Geld verdient. Und zwar immerhin bis Ende letzten Jahres, Ukraine- und Krim-Krise waren offenbar kein Grund, die Zusammenarbeit zu beenden. Hier gibt’s zusätzliche Infos (engl.).
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